Der Confed-Cup – die „Mini-WM“

Der Confed-Cup – die „Mini-WM“

Der FIFA-Konföderationen-Pokal, umgangssprachlich kurz Confed-Cup genannt, ist ein interkontinentales, vom Weltverband FIFA ausgerichtetes Fußballturnier. Bis 2005 fand es alle zwei Jahre statt, seitdem wird es im Vierjahresrythmus ausgetragen. Die Besonderheit liegt darin, dass als Austragungsland seit 2002 immer der jeweilige Gastgeber der ein Jahr später stattfindenden Fußballweltmeisterschaft festgelegt wird. Der Confed-Cup stellt somit eine organisatorische Generalprobe für das Gastgeberland dar und bietet die Chance, sich auf das größte Turnier im internationalen Fußball vorzubereiten.

Brasilien präsentiert sich bislang einsam an der Spitze der Confederation-Cup Rekorde. Sowohl mit der Anzahl an Turnier-Teilnahmen, ganze sieben, als auch als viermaliger Titelträger dominieren die Brasilianer die Confed-Cup Geschichte. Bestes europäisches Land ist Frankreich, mit immerhin zwei Titelgewinnen. Deutschland kann leider nur auf eine traurige Bilanz zurückschauen. Gerade einmal zwei Teilnahmen und ein dritter Platz stehen dem amtierenden Weltmeister zu Buche.

Der Weg zum Confed-Cup

Es gibt acht Länder, die als Teilnehmer um den FIFA-Konföderationen-Pokal kämpfen. Diese acht setzen sich zusammen aus den aktuellen Meistern der sechs Kontinentalverbände, ergänzt durch das Gastgeberland und den amtierenden Weltmeister. Das heißt es starten neben dem Gastgeber und dem Weltmeister der Fußball-Europameister, der Fußball-Afrikameister, der Fußball-Asienmeister, der Sieger des Copa América, der Gewinner des CONCACAF Gold Cups und der Fußball-Ozeanienmeister. Falls ein Land doppelt teilnahmeberechtigt sein sollte, beispielsweise als Meister seines Kontinentalverbandes UND Weltmeister oder Gastgeber, oder sollte ein teilnahmeberechtigtes Land auf seine Teilnahme verzichten, so wird ein Nachrücker aus dem jeweiligen Kontinentalverband festgelegt, beispielsweise der Vize-Meister.

Die Vorrunde des Confed-Cups wird in zwei Gruppen mit jeweils vier Mannschaften ausgetragen. Es wird im Ligamodus gespielt, das heißt es tritt jeder gegen jeden an. Die Gruppenersten und -zweiten der beiden Gruppen erreichen das Halbfinale. Ab hier geht es im K.O.-Modus weiter. Nach den beiden Halbfinals spielen die beiden Verlierer im kleinen Finale um den 3. Platz und die Halbfinal-Gewinner machen im Finale den Titelgewinn unter sich aus. Falls es in den K.O.-Spielen nach 90 Minuten keinen Sieger gibt, kommt es zur Verlängerung und wenn daraus immer noch kein Gewinner hervorgeht zum Elfmeterschießen.

Der FIFA-Confederation-Cup 2017

Gastgeber des diesjährigen Confed-Cups ist das Austragungsland der Weltmeisterschaft 2018, Russland. Der Confed-Cup feiert dieses Jahr sein 10-jähriges Jubiläum. Der 10. Titelträger wird vom 17. Juli 2017 bis zum 02. Juli 2017 bestimmt. Als Teilnehmer treten neben dem amtierenden Weltmeister 2014 Deutschland und Gastgeberland Russland noch folgende Nationalmannschaften aus den Kontinentalverbänden an: Australien als Asienmeister 2015, Chile als Gewinner des Copa América 2015, Mexico als Titelträger des CONCACAF Cups 2015, Neuseeland als Ozeanienmeister 2016, Portugal als Europameister 2016 und Kamerun, das die Afrikameisterschaft 2017 für sich entschied. Titelverteidiger und Rekordtitelträger Brasilien wird 2017 nicht dabei sein. Austragungsorte sind neben der russischen Hauptstadt Moskau, Sankt Petersburg, Kasan und Sotschi, das sich bereits als Gastgeber der olympischen Winterspiele 2014 präsentieren durfte.

Das deutsche Team

Die deutsche Nationalmannschaft darf sich als amtierender Weltmeister trotz ihrer dürftigen Confed-Cup Historie zum Favoritenkreis zählen. Das Team von Bundestrainer Joachim Löw war bei der Auslosung der Gruppenbegegnungen neben Russland, Chile und Portugal in Topf 1 gesetzt und bekommt es nun in der Vorrunde in Gruppe B mit Kamerun, Chile und Australien zu tun. Aufgrund der Besonderheit von drei europäischen Teilnehmern, konnte nicht wie sonst darauf Rücksicht genommen werden, dass in der Vorrunde noch keine Mannschaften aus dem gleichen Kontinentalverband aufeinandertreffen. Los geht es für die Deutschen am 19. Juni 2017 in Sotschi gegen die australische Nationalmannschaft. Weiter geht es am 22. Juni 2017 in Kasan gegen Chile. Dies dürfte die schwerste Partie für die Jungs von Trainer Löw werden. Zum Abschluss der Gruppenphase trifft man am 25. Juni 2017 in Sotschi auf Kamerun. Alle Begegnungen werden entweder um 17 Uhr oder um 20 Uhr MESZ angepfiffen, so dass ein Verfolgen vor dem heimischen Fernseher gut möglich ist. Ausschließlich das Spiel um den 3. Platz findet bereits um 14 Uhr MESZ statt. ARD und ZDF sicherten sich die Übertragungsrechte und bringen den Confed-Cup live ins eigene Wohnzimmer.

Jogis Jungs

Wer im Kader von Joachim Löw für den Confed-Cup 2017 stehen wird um Deutschland zu vertreten, das wird im Detail noch bekannt gegeben werden. Sicherlich hängt es auch davon ab, mit wie viel Ehrgeiz man den Titelgewinn dieses doch vergleichsweise weniger bedeutsamen Turniers anstrebt und wie viel Chancen man auch jüngeren Spielern geben will. Eins ist klar, wenn Deutschland antritt, dann um zu gewinnen. Joachim Löw wird eine Mannschaft aufbieten, die klare Ambitionen auf den Titel hat und auch in der Lage sein wird diesen einzufahren. Man kann aber dennoch davon ausgehen, dass einige Stammkräfte nicht mit nach Russland reisen werden und stattdessen einige der jungen Spieler den Vortritt erhalten. Diese erhalten gleichzeitig die Chance, sich im Nationaltrikot zu präsentieren, um sich für einen Platz im Kader für die Weltmeisterschaft 2018 zu bewerben. Es werden sicherlich einige der Olympiahelden von Rio de Janeiro 2016 zu sehen sein.

Das neue DFB Trikot 2017

Das neue DFB Trikot 2017

Diese scheiterten mit der deutschen U23-Nationalmannschaft denkbar knapp erst im Elfmeterschießen im Finale um olympisches Gold. Auch bei der Fußball-Europameisterschaft in Frankreich, wenige Monate zuvor, durften bereits einige der jüngeren Fußballgeneration ihr Können zeigen. Mit ihnen wird beim Confed-Cup ebenfalls zu rechnen sein. So werden beispielsweise Julian Brandt und Jonathan Tah von Bayer Leverkusen wahrscheinlich mit nach Russland reisen, ebenso wie Dortmunds Julian Weigl oder Leroy Sané von Manchester City. Dies sind nur vier von dutzend jungen, talentierten, deutschen Spielern, die nach vorne drängen und auf Spielpraxis beim Confed-Cup hoffen dürfen. Wer letztendlich auflaufen wird und welche der erfahrenen Nationalspieler Joachim Löw noch im Aufgebot haben wird, wird man dann spätestens im Juni in Russland sehen. Klar ist, es können sich einige Spieler Hoffnungen auf das Tragen des deutschen Confed-Cup Trikots machen. Dieses wird man im traditionellen Weiß und mit den drei schwarzen Streifen auf den Schultern, wie es das Markenzeichen von Hersteller Adidas ist, bewundern können. Den Kragen schmücken zarte schwarz-rot-goldene Streifen und auf der Brust prangt stolz das DFB-Logo, umrandet von den vier Weltmeistersternen. Und egal wer dann letztendlich in diesem Trikot stecken wird, der wird sicherlich alles für sein Land geben.